Last Year Titanic (1991)

- Original title
- Letztes Jahr Titanic
- Directed by
- Andreas Voigt
- Genre
- documentary
- Country
- Germany
- Runtime
- 1h 41m
- Rating
- 6.2 of 10 from 4 voters
- Elsewhere
- IMDb
How it feels
This documentary follows several people in Leipzig during the year after the fall of the Berlin Wall. It shows their hopes, worries, and disappointments as they deal with the changes in their lives and work.
observationalbittersweetgroundedlow-keypoignantintimateearthydocumentary-style
What happens
Letztes Jahr Titanic ist ein Dokumentarfilm des DEFA-Studios für Dokumentarfilme GmbH aus dem Jahr 1991. Letztes Jahr Titanic ist ein Film über Schicksale in Leipzig, gedreht vom Dezember 1989 bis Dezember 1990. Wolfgang, der Kumpel aus der Gießerei, war in den 1960er Jahren zweimal wegen „versuchter Republikflucht“ im Gefängnis. Er will schnell in den Westen, da er dort statt 1000 Ostmark 3000 Westmark verdienen würde. Eine Arbeitsstelle und eine Wohnung in Mainz hat er wohl auch schon. Ein Jahr danach ist er immer noch nicht weg, inzwischen aber auf Kurzarbeit gesetzt. In einer Gaststätte, in der Nähe der Gießerei, hat Sylvia ihren letzten Arbeitstag. Sie macht ihre Kneipe zu, ihr Mann hat schon Arbeit in Bayern. Zur Verabschiedung sind auch mehrere mosambikanische Arbeiter aus der Graugießerei gekommen, spielen und singen Lieder aus ihrer Heimat. Für einige deutsche Anwesende ist das Veranlassung, sich rassistisch zu äußern. Ein älterer Hilfsarbeiter sagt über seine Zukunft: „Wenn die Dreckbude hier dichtmacht, bin ich für immer draußen.“ Sehr viel tiefgründiger äußert sich Renate, eine ehemalige Journalistin der Leipziger Volkszeitung, über ihre ideologischen Verirrungen, Zwänge und Verdrängungssyndrome, über erfahrene Stasi-Repressalien, Schuld und Verantwortung. Sachlich schildert sie das typische Szenario aus Verführung, Vergewaltigung, Hingabe, den Missbrauch ehrenwerter Gefühle und Ideale und die existentiellen Krisen. Die Schilderungen Renates gehören zu den eindringlichsten Szenen des Films. Die vierzehnjährige Schülerin Isabel begeistert sich für den Politcharmeur Gregor Gysi und sieht ihre Zukunft darin, doch schweren Herzens ihren Grufti-Look aufzugeben, um einen Aufstieg im bürgerlichen Leben zu versuchen. Sie verbringt ihre Zeit mit Gleichaltrigen in den Abrisshäusern Leipzigs, da anderweitige Anlaufpunkte für die Jugendlichen weggefallen sind. John bleibt radikal, ein Redskin mit Glatze und Kampfanzug. Gegen die verhassten Faschos helfe nur der Straßenkampf. Nebenher betreut er einen behinderten Rentner aus der Nachbarschaft. In der besetzten Wohnung eines unbewohnten Hauses hört er in stillen Stunden das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart. Und ein Volkspolizei-Major fordert für die krisenbelastete Zukunft selbstbewusst längere Schlagstöcke und stabilere Schutzschilde, da die DDR-Ausrüstung der Polizei völlig veraltet sei. Ein erstes Polizeiauto aus dem Westen ist bereits eingetroffen, welches er voller Stolz vorführt. (from Wikipedia, CC BY-SA)
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